Schnee …

… und kein Unterricht

… und kein Unterricht heute

Heute früh hat um sechs Uhr mein Telefon geklingelt. Also nein, es hat vibriert. Aber so hartnäckig, dass ich aufgewacht bin. ES WAR EINE MEINER TEILNEHMERINNEN!!! (Hatte ich schon erwähnt, dass man als DaZ-Lehrerin zu Unzeiten irgendwelche Nachrichten entgegennehmen muss?) Ich bin nicht rangegangen, also hat sie eine Sprachnachricht hinterlassen. Diese bestand aus ein paar Sekunden Stille und dann einem Rumms und rutschendem Getöse. Hä? Egal, Augen wieder zu. Kurz darauf dann wieder eine Vibration – die Reaktion einer Teilnehmerin auf diese merkwürdige Nachricht: 🤔 🤔 Recht hat sie.

Und dann der Gedanke – es hat doch geschneit gestern Abend … Und da ist auch schon die nächste Sprachnachricht, von der ersten Teilnehmerin, auf Ukrainisch (sie hat auch nach elf Monaten noch nicht ganz verstanden, was Deutsch ist). Der Inhalt: die Frage, wie sie bei dem Schnee in den Kurs kommen soll, es führen nämlich keine Busse. Und dann stellt gleich noch eine andere Teilnehmerin dieselbe Frage, diesmal auf Deutsch.

Alles klar – raus aus dem Bett, Unterricht absagen, kurz aus dem Fenster schauen und die Schneeflocken beobachten, dann per E-Mail den Start des nächsten Moduls verschieben, wieder aus dem Fenster schauen, einer Teilnehmerin noch sagen, dass ihr Termin mit der Frauenberatung heute auch nicht stattfindet, weil die anderen dazugehörigen Personen nicht von ihrem Wohnort in der Rhön wegkommen (die Rhön ist unser schönes Mittelgebirge hier, an dem man ganz gut ablesen kann, wie die Wetterverhältnisse sind oder werden, ich sehe sie von meinem Küchenfenster aus).

Vor zehn Tagen hatten wir dieses »Problem« schon einmal. Es war schon Tage vorher angesagt, dass es am Freitag schneien würde, die Schulen hatten beschlossen, geschlossen zu bleiben, ich hatte Unterricht verordnet. Und dann fiel auch nicht sooo viel Schnee, nur etwa 5 cm. Die Busse kamen trotzdem nicht, und am Ende saß ich mit vier Teilnehmerinnen im Kursraum. Wir haben dann eine Schneeballschlacht gemacht, etwas ganz Neues für die Damen aus Somalia und der Elfenbeinküste.

Aber wo sind wir hier eigentlich? Es ist Januar, Bayern, es schneit seit November immer wieder einmal, wie kann es sein, dass die die Straßen nicht freikriegen? Sollen alle Mütter der Arbeit fernbleiben, weil die Schulen geschlossen sind? Nun gut, eigentlich haben wir Glück gehabt: Gerade die vergangenen zwei Tage war Washington D.C. lahmgelegt wegen eines snow storm. DA muss man sich Sorgen machen. Nicht in unserem beschaulichen Unterfranken. Außerdem fahren hier eh nur drei Busse pro Tag. Fällt halt einer aus, na und?

Nur die Schneeballschlacht … die müssen meine Teilnehmerinnen jetzt ohne mich machen.


Eine Antwort zu „Schnee …“

  1. Avatar von Lydia
    Lydia

    Recht hat sie – die Marlena!!! 😀

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert